Exkursionen

Herbst

Herbstzeit ist Zugzeit – Kommen und Gehen an den Mohrhofer Weihern

Foto: Annelore Schneider
Foto: Annelore Schneider

Zu einer vogelkundlichen Exkursion rund um die Mohrhofer Weiher konnte Dirk Löwing von der Kreisgruppe Erlangen- Höchstadt des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) über 20 Teilnehmer begrüßen.

 

Die Jahreszeit ließ auf einige Nahrungsgäste auf dem Weg ins Winterquartier hoffen, da der Herbstzug gegenwärtig in vollem Gange ist. Zunächst zeigten sich aber nur die „üblichen Verdächtigen“ – Graureiher und Silberreiher, daneben Mehl- und Rauchschwalben und ein Grünspecht. Mit gezielten Hinweisen zu Größe, Haltung, Gefieder und Lautäußerungen erläuterte Exkursionsleiter Löwing die Erkennungs- bzw. Unterscheidungsmerkmale dieser Arten, so dass auch ungeübtere Teilnehmer an die Vogelbeobachtung und –bestimmung herangeführt wurden. Dann stieg schlagartig die Spannung: Ein seltener Baumfalke kurvte in rasantem Jagdflug hinter einer Libelle her. Kaum war er den Blicken entschwunden, tauchte am Himmel ein durchziehender Fischadler auf und hielt rüttelnd über einem der Weiher Ausschau nach Beute. Weitere Greifvogelarten führten ihren jeweils charakteristischen Flugstil vor: Ein Rohrweihenweibchen gaukelte im niedrigen Suchflug mit v-förmig gehaltenen Flügeln den Schilfsaum entlang, während ein Rotmilan in der einsetzenden Thermik wie ein Drachen am Himmel kreiste. Schwierigere Fälle führten zu angeregten Diskussionen: Ist das jetzt ein Wespenbussard oder doch nur ein gewöhnlicher Mäusebussard?

 

Bei den einfliegenden Entenarten gab Löwing ebenfalls Bestimmmungstipps, verband Wissensvermittlung mit methodischen Hinweisen. So lassen sich z.B. anhand verschiedener Größenklassen und des farbigen „Spiegels“ auf den Flügeln die einzelnen Arten eingrenzen. Die Gruppe konnte mithilfe von Fernglas oder Spektiv im direkten Vergleich Stockenten, aber auch Löffel-, Schnatter-, Tafel-, Krick-, und Kolbenenten studieren. Im Zweifelsfall wurden einschlägige Bestimmungsbücher zu Rate gezogen.

 

Auf den Schlickflächen einiger abgelassener Teiche wären dann eigentlich Limikolen, d.h. Watvögel wie die Bekassine zu erwarten gewesen. Auch wenn hier die Bühne leider leer blieb, gingen am Ende doch Anfänger wie Fortgeschrittene mit einer Fülle an Beobachtungen nach Hause. Die Palette reichte dabei vom außergewöhnlich gescheckten Graureiher über einen Purpurreiher bis hin zu einer rastenden Trauerseeschwalbe oder einem Laubfrosch am Wegrand. Aber es ist Zugzeit, und morgen kann schon wieder alles ganz anders sein. Vielleicht kommen ja da die Limikolen…