Exkursionen

Winter

Führung zur Mustervogelfutterstelle im Botanischen Garten

„Stunde der Wintervögel“ , eine virtuelle Führung im Jahr 2021 (links) und die sonst üblichen Führungen (Mitte und rechts)

Die Kreisgruppe Erlangen des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) hatte anlässlich der „Stunde der Wintervögel“ in den Botanischen Garten eingeladen, wo der LBV eine Musterfutterstelle eingerichtet hat.

 

Der Kreisgruppenvorsitzende Dr. Christoph Daniel begrüßte die erschienenen Interessenten. Die Futterstelle am Eingang des Gartens soll laut Daniel exemplarisch zeigen, wie man Wildvögel sinnvoll füttert. Daneben bietet eine solche Fütterung zugleich eine gute Möglichkeit zur Vogelbeobachtung und- zählung. Vogelfutter kann in verschiedener Form dargeboten werden. Neben Sonnenblumenkernen, speziellen Futtermischungen oder Fettblöcken sind auch Meisenknödel und Erdnüsse bei den Gefiederten beliebt. Um die Übertragung von Krankheiten zu vermeiden, muss bei der Futterstelle aber unbedingt auf Hygiene geachtet werden. Geeignet sind hier vor allem Futtersäulen und Futtersilos. Daniel ging auf diesbezüglichen Fragen der Teilnehmer ein; dabei bestimmte man auch gleich gemeinsam die an der Musterfütterung erscheinenden Vögel, z.B. Kohl- und Blaumeise, Buchfink, Amsel, Rotkehlchen, Kleiber oder Türkentaube. Dass die Futterstelle von den Gefiederten besonders gut angenommen wird, liegt auch am Standort: Denn im Botanischen Garten finden sie neben guter Deckung auch ein reiches Zusatzangebot an Samenständen, die über die Wintermonate stehen bleiben.

 

Menschliche Besucher der Musterfutterstelle können mithilfe einer Fototafel die gefiederten Gäste identifizieren und sich genauer über das Thema „Vögel füttern – aber richtig“ informieren. Die Futterstelle kann noch bis Ende Januar besichtigt werden. Zum Abschluss nahm der Kreisgruppenvorsitzende die vogelinteressierten Zuhörer noch auf einen kleinen Spaziergang durch den Schlosspark mit.

Winterlicher Spaziergang am Tennenloher Waldrand

Zu einem vogelkundlichen Morgenspaziergang am Tennenloher Waldrand lud die Kreisgruppe Erlangen des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) am 13.1.2018 ein. Mit Fernglas und Spektiv machten sich die Teilnehmer unter Leitung von Lukas Sobotta auf die Suche nach gefiederten Freunden. Sowohl einheimische Wintervögel wie Kleiber, Meise und Amsel als auch Wintergäste wie der Erlenzeisig oder Schwanzmeise wurden dabei gesichtet. Mit Hinweisen zu Größe, Haltung, Gefieder und Lautäußerungen erläuterte Exkursionsleiter Sobotta die Erkennungs- bzw. Unterscheidungsmerkmale dieser Arten, so dass auch ungeübtere Teilnehmer an die Vogelbeobachtung und –bestimmung herangeführt wurden.

 

 

 

 

 

 

 

 

(Foto: Annelore Schneider)

Biberexkursion

(Fotos: Annelore Schneider)

Auf überraschend große Resonanz stieß die Biberexkursion in Buckenhof/ Spardorf/ Uttenreuth, zu der die Kreisgruppe Erlangen des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) eingeladen hatte. So konnte Dr. Christoph Daniel etwa 70 Teilnehmer begrüßen, die sich für die Aktivitäten des Bibers am Tennenbach interessierten.


Gleich am Ausgangspunkt der Exkursion, dem Durchlass des Tennenbachs unter der Straße am Ortsende von Buckenhof, stieß die Gruppe auf den Damm des Bibers. Mit der geschickt angelegten Sperre aus Ästen sorgt das wasserliebende Tier dafür, dass ein breiter Bereich um den Tennenbach überstaut wird. Dadurch kann der Biber Bäume vom Wasser aus erreichen bzw. Äste und Zweige bequem abtransportieren. Unser größtes einheimisches Nagetier - so Daniel - ist ein vorwiegend nachtaktiver Vegetarier, der durch seinen Körperbau perfekt an das Leben im und am Wasser angepasst ist. Die beschuppte Kelle, Schwimmhäute zwischen den Zehen der Hinterfüße, ein extrem dichtes Fell und eine Öldrüse zum Einfetten der Haare ermöglichen dem Tier das Bewohnen von Gewässern zu allen Jahreszeiten.

 

Entlang des weiteren Wegs bekam die Gruppe Pässe und Biberrutschen zu sehen, die der Nager zwischen zwei kleinen Weihern und dem Tennenbach angelegt hat. Schließlich gelangte man direkt am Ufersaum zur mächtigen Biberburg, in der das Tier geschützt ruhen kann, da der trockene Kessel nur durch einen Unterwassereingang erreichbar ist. Auf die Frage nach den Überlebenschancen des örtlichen Bibers schaltete sich der Bürgermeister von Buckenhof, Georg Förster, ein und konnte die Exkursionsteilnehmer aus erster Hand informieren: Inzwischen lebe eine ganze Biberfamilie hier, deren weitere Expansionsmöglichkeiten aber begrenzt seien. Auch werde die anstehende Bebauung des westlich angrenzenden Geländes Veränderungen im Wassserregime mit sich bringen. Zu bedenken sei daneben, dass im Falle eines Hochwassers der Biberdamm einen Pfropf bilden könne. So sei die Zukunft der Biberfamilie am Tennenbach ungewiss. Aktuell laufe eine entsprechende Artenschutzprüfung, um eine menschen- und bibergerechte Lösung zu erarbeiten.

 

Dann gab sich auch noch der Biberbeauftragte der Stadt Erlangen, Wolfgang Maisel, zu erkennen. Er steuerte mit sichtlicher Begeisterung für „sein“ Tier Informationen zur Wiederbesiedlung Bayerns durch den Biber bei: Nach der Ausrottung im 19. Jahrhundert sorgte die Bayerische Staatsregierung (!) in den 1960er Jahren zusammen mit dem Bund Naturschutz für die Wiedereinbürgerung der „Burgherren". Aus wenigen Individuen entwickelte sich eine Population von gegenwärtig ca. 16- bis 20 000 Tieren. Die Stadt Erlangen beherbergt dabei acht Reviere mit knapp 30 Tieren. Bei allen auftretenden Konflikten hinsichtlich Schäden an Obstbäumen und Feldfrüchten bzw. Dämmen und Teichanlagen sei es aber doch auch faszinierend, wenn ein Stück Wildnis in unsere von Menschen dominierte Welt zurückkomme. Außerdem gestalte der Biber Lebensräume für eine Vielzahl anderer Tier- und Pflanzenarten wie Libellen oder das Pfeilkraut.

 

Letze Station der informativen Veranstaltung war ein gefällter Baum, an dem sich besonders gut die sanduhrartig gestaltete Fällkerbe mit den Zahnspuren des Nagetiers studieren ließ. Biber können mit ihren ständig nachwachsenden Zähnen Bäume mit bis zu 80 Zentimeter Durchmesser fällen, wobei der Kaudruck der Kiefer sechsmal so hoch wie beim Menschen ist. Der jährliche „Holzbedarf“ – eigentlich hat es der Biber auf die Rinde abgesehen – von etwa 4000 Kilogramm macht zusätzlich deutlich, dass das "Minirevier" am Tennenbach vielleicht nur auf Zeit besteht.

Insgesamt zeigten die Fragen der Teilnehmer, wie groß die Neugierde auf ein Wildtier ist, das mitten unter uns versucht, eine Nische zum Leben zu finden.